30
Sep
2007

Lobeshymne zu Ehren unserer Mutter-Erde-Göttin aus dem edel-gesinnten altindischen Atharva Weda

Der Erschaffer der Welt ersuchte sie mit Weihgaben, als sie bedeckt in
den Tiefen des Ozeans lag. Ein Behältnis des Frohsinns, lange insgeheim
gehätschelt, ward die Erde der Menschheit zu deren Freude offengelegt.

Urständige Mutter, der du die Menschen verteilt hast, du weitgestreckte
Erde
, du bist es, die unsere Begierden zufriedenstellt. Was immer dir
abgeht, möge der über Geschöpfe Herrschende, der zuvorderst vom
Rechten Wesen der Dinge sich ableitet, dir in vollem Umfang zur Verfügung stellen!

Mögen deine Wohnstätten, frei von Gebrechen und Dahinschwinden, für uns zum Blühen kommen!
Laßt uns durch ein langes Leben, bedachtsam, dir immerzu unseren Tribut zollen!

O Erde, O Mutter, richte mein zugewiesenes Teil in wohlgefälliger Weise
ein, auf daß ich es bequem habe. Im Einklang mit allen Mächten der
himmlischen Sphären
, laß mich, O Dichterin der Lebenskunst, einen guten
Platz in Wohlwollen und Glück finden.

Gerade so, wie die Erde den Samen zu allem Leben in sich trug, so
mögest auch du das Kind tragen und einen Erzeuger hervorbringen!

29
Sep
2007

Zeit für einen Schichtwechsel, um aus dem Dunkel der Geld-Zeit herauszutreten

Vervollständigte Lobeshymne zu Ehren der göttlichen Morgenröte, den edel-gesinnten altindischen Weden entnommen

Es gibt für uns ein Licht, das schönste aller Lichter. Es soll zu einer aufstrahlenden Geburt das Glühen der Helligkeit gelangen. Die Nacht, hinweggeschickt noch vordem die Sonne aufsteigt, hat an die göttliche Morgenröte ihr Reich abgegeben.

Hinter sich eine Abkommenschaft von hellem Weiß herziehend, schreitet die Morgenröte im Glanze ihres Lichts voran, um die an sie von der düsteren Nacht abgetretene Wohnstatt zu übernehmen. Morgenröte und Nacht, auf immer verschwistert, folgen sich scharf auf den Fersen in abwechselnden Farbschattierungen.

Sie folgen dem gleichen Wanderpfad, ohne je Rast einzulegen. Nach den Anweisungen der Götter gehen sie ihren Rundgängen nach. Gediegen, jedoch von einander sich weit abhebend, leisten sie einem einzigen Sinnstifter Folge und prallen dabei weder aufeinander, noch zögern sie dabei.

Die ruhmreiche göttliche Morgenröte, die uns die Garbe von Gnaden bringt, strahlt bis auf alle Ferne hin aus und reißt für uns ihre scheinenden Tore weit auf. Sämtliche Welt in Bewegung versetzend, zeigt sie die Reichtümer auf, und spornt alle lebendigen Geschöpfe zu bewußter erlebtem Leben an.

Sie weckt alle, die sich im Schlafe erholt haben, zu den Tätigkeiten, die die Welt umtreiben, auf. Einige ergehen sich darin, für sich und die andern die Reichtümer zu erarbeiten, andere darin, für sich und die andern zu lobpreisen. Jene, die vormals wenig Einsicht hatten, sehen nun klarer. Die göttliche Morgenröte hebt alle lebendigen Geschöpfe zu bewußtem Leben an.

Den einen leitet sie zu Macht an, den andern zu Ruhm; einen andern
leitet sie an, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen; wieder andere führt sie
hin zu allerlei Berufungen, indem sie alle von Leben erfüllten
Geschöpfe zu erhöhtem Bewußtsein kommen läßt.

Eine Tochter des Himmels ist hier nun vor uns erschienen, wie eine holde jugendliche Frau ist sie, sprichwörtlich in glänzende Gewänder
gehüllt. Eine glücksverheißende Morgenröte, die wahre Herrin über die
irdischen Schätze, scheint uns heute ganz in ihrem Glanze als eine Königin an.

Sie jetzt hier, die erste von all den endlosen Morgen, die hierauf noch
kommen werden, bleibt treu ihrem Pfad der Morgen, die zuvor kamen und gingen. Sowie sie auftritt und scheint, ruft Morgenröte alle Lebenden dazu auf, hinaus in die Welt zu gehen; die Toten weckt sie dabei in deren Schlummer nie auf.

O Morgenröte, du scheinst wahrlich mit dem Augenlicht der Sonne hinaus
in die Weiten. Du läßt Menschen zur verzückten Verherrlichung erwachen,
und inspirierst Herzen dazu, die Feuer zu schüren und Opfer zu
erbringen. Damit erweist du den Göttern einen edlen Dienst.

Wie lange mag es anstehen, bis sie aufeinandertreffen, Dämmerzustände,
die ihre Erhellung hatten, und Dämmerungen, die noch erhellt werden
müssen? Sehr verlangt es ihr danach, sich mit den Vorangegangenen zu
vermählen, während sie mit den weiteren voranläuft, vor Freude strahlend.

Verblichen sind diejenigen, die in den Tagen vor uns zur aufsteigenden
morgendlichen Sonne aufblickten. Diejenigen unter uns, die im Jetzt
leben, sind es, die die göttliche Morgenröte sehen können, und nach uns
werden sie andere sehen.

Feinde zersprengst du, Freuden läßt du aufkommen. Du bist ein Kind
geboren aus Harmonie und Ordnung, und bist Ordnung und Harmonie stets in Treue ergeben. Überstelle du den Göttern unsere für sie erbrachten Opfergaben, O Morgenröte, und laß uns im Heute vor Vermögen und Glück strahlen.

Noch nie hat die Göttin Morgenröte es versäumt, in Erscheinung zu
treten. Wiederum einmal hat sich die Großzügige für den heutigen Tag zur
Verfügung gestellt. Jeden Morgen wird sie auch in Zukunft nun zu uns
kommen. Sie schreitet aus eigener Kraft voran, ohne dabei zu altern, ohne
dabei ihren Geist je aufzugeben.

An den Rändern zu den himmlischen Sphären tritt sie strahlend in
Erscheinung. Die Göttin hat das Gewand des Düsteren abgestreift. In ihrer
robusten Karosse mit den nobelsten der Zugpferde vornweg, die die Welt
vorantreiben dürfen, verkündet sie das Kommen einer Morgendämmerung und läßt alle Menschen erwachen.

Mit sich mit bringt sie allen Segen, der dem Leben zu dessen
Aufrechterhaltung gedeiht. Um in vollem Glanze zu erscheinen, ist sie gekommen, und um das Licht hinaus in die Welt zu tragen.
Sie ist die letzte der unzählbaren verblichenen frühen Morgen.
Sie ist die erste der helleren Morgen, die da noch kommen werden.

28
Sep
2007

Die innere Befriedigung, wenn sich die Inangriffnahme irgendeiner riskanten Sache richtig ausbezahlt gemacht hat, macht uns doch alle über die sonst so allgegenwärtige, kleinliche Geldwertigkeit der Dinge erhaben - und somit alle im Innersten von haus aus auch zu kleinen Geldabschaffern

Macht es sich einem bezahlt?

Wenn irgendein armer Schuft auf den Wegen durchs Leben,
Der unterwegs auf uns gestoßen war,
Seines Weges weitergeht
Und etwas weniger an sein Leid denken muß, das ihm das Leben vergällt,
Fürwahr, dann hat sich das Leben bezahlt gemacht.

Können wir nur einem bestürzten Herzen den Zugewinn sichtbar machen,
Der durchaus im Verlust allemal steckt,
So werden letztendlich wir selber auch
Für all die Mühsal entlohnt,
Daß wir des Lebens schwere Kreuz mit uns herumtragen.

Wird mit irgendeiner Handlung von uns, oder nur durch ein Wort
Eine verzagte Seele zur Hoffnung angeregt,
Ein trauriger Mundwinkel zum Lächeln bewegt,
Darin macht sich das Leben bezahlt.


(ein Gedicht von Ella Wheeler Wilcox [1850-1919], in einer stiladaptierten Übersetzung ins Deutsche)

27
Sep
2007

In einer Welt ohne Geld wird an keinen Dienststellen mehr "Zeit abgesessen" werden müssen, sondern allgemeinhin wird genau das getan, was es zu tun gibt; alle restliche Zeit ist für alle goldene Privatzeit

Beamte gaben sich am Arbeitsplatz den Porno-Seiten hin

(ein Beitrag aus der Sparte Zeitgemäßes der finnischen Zeitung Turun Sanomat vom 27.9.2007, übersetzt aus dem Finnischen)

In Schweden berichtete die parteilose, überregionale Zeitung Dagens Nyheter am Mittwoch, den 26.9.2007, in ihrem Schwerpunktartikel, wie Beamte der Einwanderungsbehörde während ihrer Dienstzeit durch Porno-Seiten surften - auf Computern ihrer Dienststelle.

Mit zwei Fällen von Beamten, die kontinuierlich auf Porno-Seiten verweilten, hat sich während des laufenden Jahres der Ausschuß der Behörde, dem die Verantwortung für das Personal zufällt, befaßt: im einen Fall erhielt die Person eine Verwarnung; im zweiten Fall brauchte keine Verwarnung mehr erlassen zu werden, da die betreffende Person selbst das Dienstverhältnis aufkündigte.

Beamte der Einwanderungsbehörde haben sich neben den Porno-Seiten im Internet auch noch anderen Lastern hingegeben, indem sie z.B. auf den Seiten von Tradera Handel trieben, Poker spielten, Radio hörten, Fernseh schauten, sowie Aktien an- und verkauften.

Das Surfen am Netz durch die Beamte ging so weit, daß es den normalen Verkehr mit Breitbandverbindungen der Behörde verlangsamte. Außer den beiden im Personalausschuß behandelten Fällen wurde während des laufenden Jahres etlichen weiteren Beamten eine schriftliche Ermahnung hinsichtlich deren Vertiefung aufs Porno-Surfen zugestellt.

Die Beamtenschaft der Einwanderungsbehörde sollte sich in ihren alltäglichen Dienstverrichtungen um die soziale Unterstützung von solchen Asylbewerbern kümmern, die einen Ausweisungsbescheid erhalten haben. Die Beamten sollten auch solche Flüchtlinge überwachen, die die Behörde in ihre Obhut genommen hat.

Juhani Roiha

26
Sep
2007

Fünf Nachrichtenartikel zweier aufeinander folgender Tage, die nur allzu gut belegen, in welchen Händen das so ungleich sich unter den Menschen verteilende Geld liegt

Das Schicksal von Finnlands Zuckerfabrik entscheidet sich

Das Schicksal von Finnlands einziger Zuckerfabrik steht am heutigen 26.9.2007 mit der Konferenz der Landwirtschaftsminister der EU auf der Wagschale. Die Mitgliedsländer stimmen über eine Neuerung ab, deren Ziel es ist, überschüssige Zuckerproduktionen zu kürzen. Eine Beschneidung um den Überschuß würde die Fortsetzung der heimischen Produktion in Gefahr bringen. Das Betreiben der Fabrik in Säkylä könnte aufgrund der Kürzungen unrentabel werden. Ohne die Fabrik würde aber auch der Anbau von Zuckerrüben zu einem Ende kommen.

* * * *

Kai Mäkelä erstand Lapplands Skizentrum Suomutunturi

Der als Investor und als größter einzelner Eigner des Konzerns Alma Medien bekannte Kai Mäkelä hat zusammen mit dem Geschäftsmann Ahti Filppula den Betrieb des Skizentrums von Suomutunturi in Finnisch-Lappland käuflich erworben. Den Verkauf des Skizentrums tätigten der Kasinomillionär Pekka Salmi und Pirre Pasanen, welcher nach dem Tode seines Vaters Pertti "Spede" Pasanen ein Drittel der Aktien der Suomu GmbH geerbt hatte. Suomu hat gute Chancen, wieder zu einem der beliebtesten Skizentren Lapplands aufzusteigen. Es ist zuzugeben, daß Suomu im Wachstumstempo hinter den Zentren Levi, Rukka und Ylläs zurückgeblieben ist, sagt Mäkelä.

* * * *

Die Finanzierungsmärkte normalisieren sich

Die übermäßige Angespanntheit der internationalen Finanzierungsmärkte ist im Begriff, nachzulassen, und die Situation des Marktes dabei, zur Normalität zurückzukehren, sagte der Präsident des Internationalen WährungsFonds IMF Rodrigo Rato. Im Verlaufe der letzten paar Tage hätte sich der Markt normalisiert und die Liquidität der Kreditmärkte sei erleichtert worden, sagte Rato. Er stufte die Turbulenzen des Marktes, die durch minderwertige Anleihen für Wohnungen verursacht wurden, als ernst ein und sagte, daß es zur Klärung der Lage noch einer gewissen Zeit bedürfe.

* * * *

Die Portemonnaies der Veteranen des Rocks sind fetter geworden

Erfahrung ist Trumpf in der Pop- und Rockmusik, wenn der Erfolg in den Gagen gemessen wird. Die alteingesessene Gruppe Rolling Stones nahm bei den Verdiensten von Musikern in den vergangenen 12 Monaten den Spitzenplatz ein. Auf der Web-Seite des Magazins Forbes wurde berichtet, daß die Stones von Juni 2006 bis Juni 2007 88 Millionen Dollar eingenommen haben. Der Geldsack der Rolling Stones war hauptsächlich dank ihrer BiggerBang-Tournee fett geworden. Am zweitbesten, bzw. 83 Millionen Dollar verdiente der 37-jährige Rapper Jay-Z, doch ansonsten bemannten die Spitzenplätze der Liste Artisten, die lange Zeit schon Karriere machen. Am drittmeisten schob Madonna ein (72 Millionen Dollar) und als vierte hatten sich Bon Jovi (67 Millionen Dollar) platziert.

* * * *

Panzerwagen versteigert

Die Streitkräfte Finnlands haben morgens am 25.9.2007 um die zwanzig alte Panzerwagen, die in den 1960er Jahren im Gebrauch waren, versteigert. Die für finnische Verhältnisse einzigartige Auktion in Siikakangas bei Ruovesi interessierte sowohl private Sammler, auch solche aus dem Ausland, wie auch Vertreter von Museen. Den höchsten Preis erzielte ein deutschstämmiger Sturmgeschütz-Panzer, dessen Käufer sich verpflichtete, 185'000 Euro dafür hinzulegen. Am billigsten konnte ein Panzergefährt für etwas weniger als 10'000 Euro eingesteigert werden. Die Waffen der Panzerwagen wurden vor deren Überlassung an die Käufer deaktiviert.


(sämtliche Artikel aus der Sparte Neuesten Nachrichten der finnischen Zeitung Turun Sanomat vom 26. und 25. 9.2007, übersetzt aus dem Finnischen)

Es gibt ausser dem das Leben so erschwerenden Geld genügend sonstige Probleme der Menschen untereinander, sodaß eigentlich kein Grund bestünde, so steif und fest dem Geld verhaftet bleiben zu wollen, wie es heutzutage noch bei den meisten der Fall zu sein scheint

Eine Rückführung aus dem Ausland zieht sich oft jahrelang hin

In Finnland werden jährlich bis zu 20 Kinder verschleppt

(ein Bericht aus den Heimatnachrichten der finnischen Zeitung Turun Sanomat vom 26.9.2007, übersetzt aus dem Finnischen)

Es gibt gegenwärtig schätzungsweise hundert aus Finnland gekidnappte Kinder eines Alters jünger als 16 Jahre. Gemäß offiziellen Statistiken aber gab es zu Ende des letzten Jahres nur 35 solche Fälle.

Eine Verfälschung der Angaben rührt laut Tarja Räisänen, der Geschäftsführerin eines eingetragenen Vereins namens Entführte Kinder, daher, daß die Kinder einfach aus den Registern verschwinden, sowie der Gerichtsgang abgeschlossen ist, ein Kind das Alter von 16 Jahren erreicht hat oder wenn die Wahrscheinlichkeit des Auffindens eines Kindes sehr gering ist.

Es werden jährlich aus Finnland 10 - 20 Kinder, die jünger als 16 Jahre alt sind, in das Herkunftsland eines der beiden Elternteile entführt. Väter verbringen ihren Nachwuchs in den meisten Fällen in Länder Nord-Afrikas, Mütter ihrerseits nach Russland.

Bei der Abklärung von den Entführungen vergehen vielfach etliche Jahre.

Die Behörden Finnlands verfügen bislang nur über wenig Erfahrungen bei derartigen Fällen. Frau Räisänen bemerkt dazu, daß die Polizisten in der Praxis ihrer Arbeit oft nicht wüssten, wie sie vorgehen sollten und, daß sich die Abwicklung der Fälle dadurch sehr lange hinziehe.

Auch aus bürokratischen Gründen ziehen sich die Kindesentführungen hin. Von der Polizei gehe die Angelegenheit zu einer Besorgung durchs Ministerium über, währenddessen Zeit bei der Abklärung der Details mit dem anderen Land verstreicht.

Zwei noch im Vorschulalter stehende Kinder einer Mutter aus der finnischen Kleinstadt Parainen, einer gewissen Frau Maria Lahti, gelten schon seit April dieses Jahres als vermisst. Deren ehemaliger Ehemann hatte die Kinder in sein Heimatland Spanien, zum Abschluß eines vereinbarten Wochenendtreffens, entführt. Der Mann sitzt zur Zeit sein Urteil von anderthalb Jahren im Gefängnis von Turku ab.

Mit Hilfe eines angeheuerten Privatdetektiven bekam Lahti heraus, daß sich ihre 4- und 6-jährigen Kinder, ein Junge und eine Tochter, in der Obhut der Freundin des Ex-Manns befinden.

- Auch die anderen Instanzen in Spanien haben die Information bestätigt. Das Ministerium fürs Rechtswesen Spaniens jedoch hat sich geweigert, den Behörden Finnlands die Personalien der Frau und den Aufenthaltsort der Kinder mitzuteilen, sehr zur Verwunderung der Mutter der Kinder.

[Finnland hat derzeit eine Bevölkerungsgrösse von 5276955, von denen 121700 Ausländer sind, die sich im Land niedergelassen haben, darunter 800 Philipinas, 200 Philipinos]

24
Sep
2007

Brüderlich vereint, aller Zwist und alle Opfer der Vergangenheit unter den Völkern vergeben und vergessen, forschen Schrittes einer Neuen Zeit entgegengehend

Heiligsee ist ein Platz zum Durchatmen für die Sankt Petersburger

(ein Beitrag aus der Sonntags-Sparte der finnischen Zeitung Turun Sanomat vom 23.9.2007, übersetzt aus dem Finnischen)

Heiligsee (Pyhäjärvi) im Bezirk Wiburg (Viipuri), eine der größten Ortschaften auf der Landzunge von Karelien, lockt immer mehr Sankt Petersburger in die Stille der Natur. In der Umgebung des großen Heiligsees mit seinen klaren Gewässern und den vielen anderen Seen des Gebiets erstehen immer mehr Sommerhäuschen.. Die Sankt Petersburger entfliehen dem Lärm und den Verschmutzungen der Großstadt, hinein in die Mitte von ehemalig Heiligsee und in den Schoß der Dörfer.

Doch vor ihnen schon hatte die Schönheit der Natur von Heiligsee den Urlaubsreise-Unternehmer Antti Musakka von sich überzeugt, der an den Gestaden des Heiligsees das von seinem verstorbenen Vater begonnene Urlaubsreise-Unternehmen fortsetzt. Die Konditionen des Unternehmens, insbesondere die sich verändernden Steuerangelegenheiten, sind etwas, das Antti Musakka beschäftigt. Er denkt auch über Entschlüsse nach, die die Zukunft mit sich mitbringen mag, auf die seine zweijährige Tochter Janina einen großen Einfluß haben wird.

- Wenn Janina nach fünf Jahren in die Schule geht, dürfte sich das Leben in einer gewissen Weise verändern. Es fällt einem aber schwer, von hier fortzugehen, wenn man schon so viele Jahre hier gelebt hat. Die Ortschaft ist der Geburtsort meines Vaters.

Die sich verändernden Gesetzesrichtlinien, vor allem was die Besteuerung betrifft, beschäftigen den finnischen Unternehmer. Angelegenheiten der Sicherheit verursachen keine Probleme mehr, wie noch in den 1990ern, als Antti sich einmal einer derartigen Behandlung ausgesetzt sah, daß er gleich "krankenhausreif" war. Das Unternehmen sollte von der Grundidee her immer irgend einen Bewachungsladen auch haben. Vor zwei Jahren brannte das Wohnhaus von Musakka an einem Tag im Januar ab, ein neues Haus ist aber bereits an dessen Stelle an dem Platz erstanden.

Die anfangs für das Urlaubsreise-Unternehmen angemieteten Ländereien sind käuflich sich übereignet worden, aber da ein Ausländer in Rußland kein Land besitzen darf, sind die Ländereien im Namen der Frau von Musakka, Lena, erworben worden. Gegenwärtig wird ein neues Gebäude für Urlauber am Ufer des Heiligsees errichtet.

- Ein großes Problem hier ist die Beschaffung guter Arbeitskräfte. Die Menschen wollen keine richtige Arbeit verrichten. Sie gehen in die Pilze und sammeln Beeren. Nachdem sie damit zu etwas Geld gekommen sind, kaufen sie sich Wodka und sitzen herum und betrinken sich. Geht einem der Wodka aus, macht man sich wieder in den Wald auf, beklagt sich die russische Lena, die aus Wiburg gebürtig ist.

Heiligsee (Pyhäjärvi), das Gebiet um das gegenwärtige Otradnoje mit seinem Bahnhof, das Dorf mit seiner Kirche, die Umgebung des Landsitzes von Taubila und die etlichen kleineren Dörfer sind seit den Tagen der Finnenzeit ruhig geworden. Das Landhaus von Taubila, das im Besitz des Familienclans Fazer war, gibt es nicht mehr, aber in der Nähe des Weges, der zu dem Landhaus führte, gibt es ein Amtsgebäude, Läden, eine Apotheke und einen Markt für die Leute aus der Ortschaft. Auf dem Gebiet des ehemaligen Landhauses ist eine neue orthodoxe Kirche erstanden.

An einigen Stellen entlang des Heiligsees gibt es jedoch noch einige intakte Finnenhäuser. Einige von denen haben neues Leben als Datschen neureicher Russen bekommen. Das im Jahre 1937 aus Ziegelstein errichtete Volksschulgebäude von Heiligsee steht im Besitz eines neureichen Sankt Petersburgers. Das Gebäude diente während der Zeit des Winterkriegs zwischen Rußland und Finnland als Feldlazarett. Einige der Urlaubs-Mitanwohner kommen gar aus Moskau.

Jetzt darf man in Rußland wieder direkt am Ufer eines Gewässers bauen, was sich im Bild der Uferlandschaften der Seen nahe der Ortschaft abzeichnet. Während der Fahrt zum Einkauf von Lebensmitteln weist Lena Musakka hin auf das nahegelegene, zur unteren Pfarrei gehörige Ufergebiet von Heiligsee. Ein Hotel steht für dorthin in der Planung.

Die finnischen, massiven Granitstein-Pfeiler des Tors zum Friedhof stehen immer noch an ihrem Platz. Aus der Schar orthodoxer Kreuzer sticht ein schönes Denkmal aus Stein heraus, das zum Gedenken an in den Schlachten des Befreiungskriegs von 1918 gefallene Finnen errichtet worden ist. An dem Denkmal ist ein Text auf Finnisch angebracht, der besagt: "Sie standen für das Gesetz und für die Freiheit ein. Unter Aufopferung ihres Lebens. In Frieden geniessen sie nun den stillen Schlummer im Schosse des Lands ihrer Väter".

Auch von der Finnenzeit erzählt ein von den Finnen aufgestellter, innerhalb eines umzäunten Areals befindlicher Gedenkstein, auf dem geschrieben steht, daß von 1756 bis 1940 die Kirche von Heiligsee und der Friedhof in der Nähe des Gedenksteins standen. Von dem alten Friedhof der Finnen ist nicht mehr viel übriggeblieben, denn die Russen haben ihre Toten auf den Gräbern der Finnen einfach obendrauf begraben. An der Seite auf einem Weg liegt ein umgestossener Grabstein einer Maria Huppunen.

Auf der anderen Seite des Wegs steht weiterhin wacker ein Denkmal für die Bestochenen Bauern, das im Jahre 2000 restauriert wurde. Das von den Rechtsstreitigkeiten der Bauern erzählende Denkmal wurde von Aimo Karimo entworfen. Die Finnen haben, dort auf dem Weg zu Musakka hin, an einem eingezäunten Ort für Finnen, die im Winter- und im daran anschließenden Krieg den Heldentot starben, ein Denkmal errichtet.

Der UrlauberStrand von Musakka befindet sich in Entfernung ungefähr eines Kilometers von der ehemaligen Mitte des Ortes, dicht ans Ufer des Heiligsees gesetzt. Antti Musakka kennt sich in der Gemeinde aus, wie er seine zehn Finger kennt, und hat jahrelang ehemalige Bewohner von Heiligsee auf deren heimatliche Scholle gefahren, auch nach Salitsanranta, wo sein Vater zur Schule ging.

Antti Musakka überlegt sich, was wohl dereinst passiert, wenn die Generation der Finnen, die am Heiligsee gelebt haben, gegangen sein wird. Werden sich junge Finnen für die Wurzeln ihrer Väter interessieren?

- Vielleicht muß ich mehr auf die russischen Touristen setzen. Im Winter kommen diese in motorisierten Schlitten hier dahergefahren, und gehen auf zugefrorenen Wassern zum Fischen an auf dem Eis offengeschlagenen Stellen.

Eine jetzige Bewohnerin der Ortschaft, eine aus der Umgebung von Nowgorod in den 1950er Jahren dazugezogene Frau mit dem Namen Nina, kommt, auf einen Stock gestützt, ihres Weges daher, auf dem Weg zum Einkaufszentrum.

- Dies ist ein guter Ort, um hier zu wohnen. Ich habe an ihm nichts auszusetzen und ich sehne mich auch nirgendwoanders hin. Es geziemt sich wohl, daß Finnen hier zu Besuch kommen. Ich weiß, daß dies hier früher finnisches Gebiet war.

Eija Loueniva, Otradnoje

21
Sep
2007

Eine Zeit zum Umdenken dürfte sich bald angemeldet haben - oder sollte die Menschheit gar auf ewig und drei Tag zu dieser schmählichen Geld-Fronwirtschaft verdammt sein?

Die Qual ist bei der Wahl; viel Wege breit und schmal,
gehn darfst du jeden, doch nur einen auf einmal.

Der Fluß bleibt trüb, der nicht durch einen See gegangen,
das Herz unlauter, das nicht durch ein Weh gegangen.

Den Fluß nach Regenguß trüb sehn, ist natürlich;
doch geht er immer trüb, so find' ich's ungebührlich.

Tu nur als wissest du, um dir die Scham zu sparen,
was du nicht weißt; und so wirst du es nie erfahren.

Erfahren muß man stets, Erfahrung wird nie enden,
und endlich fehlt die Zeit, Erfahrnes anzuwenden.

Was man zum Guten wie zum Bösen deuten kann,
nimm, sei's zum Bösen auch gemeint, zum Guten an.

Blick' in die Welt hinaus, und sieh, viel andre Räder
erhalten sie im Gang, als deine Schreibefeder.

Ganz in Vollkommenheit siehst du kein Ding erglänzen;
warum? Damit dein Geist hab' etwas zu ergänzen.

Herr Hunger legt das Fett auf einen magern Bissen,
und auf ein hartes Bett Frau Müdigkeit das Kissen.

Im Reisfeld steht der Reis bis an den Hals im Wasser
als wie der Bau'r im Schweiß, im Überfluß der Prasser.

Die Welt ist ungetreu, die Menschen, die Natur,
treu bin ich selbst mir nicht, getreu bist du mir nur.

Daheim, o Wandrer, magst du allen Liebe tragen,
doch in der Fremde gilt's dich rüstig durchzuschlagen.

Leichter schenkst du hin, was schwer dir nicht ward zu gewinnen;
die Wolke schöpft vom Meer, und läßt's zur Erde rinnen.

Wer hin die Hälfte gab, verliert das Ganze nicht;
der Baum wirft Äpfel ab, damit der Ast nicht bricht.

__________________________________

20
Sep
2007

Auf einen nur leichten Fingerdruck hin geben viele üblen Dinge ihren Geist nicht so schnell auf - auch um das verhasste Geld zu schassen, wird man wohl etwas härter zupacken müssen

"Die kriegt man nicht mal unter der Dusche weg"

(ein Artikel aus der Sparte Heimatliche Nachrichten der südwestfinnischen Zeitung Turun Sanomat vom 19.9.2007, übersetzt aus dem Finnischen)

Das Paar Riitta Patronen und Jan Carlsson sammelten in der ihnen vertrauten Umgebung ihres Sommerhäuschens in der Nähe des Orts Eichenhort (Tammela) Pfifferlinge, sammelten sich aber auch eine gehörige Menge Hirschfliegen dabei ein.

- Es kam eine regelrechte Wolke von denen auf uns zu, die über uns herfiel, wie es Patronen beschreibt.

- Die bleiben in den Haaren hängen, und setzen sich unnachgiebig in den Ohren fest. Das widert einen ganz schön an. Die bringen einen ganz um die Freude des In-die-Pilze-Gehens und des Sich-im-Wald-Bewegens.

Jan Carlsson machte sich mit mehr Ruhe auf die Jagd nach dem schwarzen Krabbelgetier in seinen Nackenhaaren.


Finnische-Hirschfliege


- Mir kommt es vor, als hätte es letztes Jahr noch mehr von denen gegeben. Mich stören sie nicht so gewaltig; das gehört eben heutzutage mit zur Sache dazu und man muß es halt ausstehen.

Die Pilzesammler haben feststellen können, daß man bei der Nachbehandlung der Hirschfliegen hart zulangen muß. Bei einem leichten Druck geben sie ihren Geist nicht auf. Sie verkriechen sich in den Kleidern, überstehen lebend eine Dusche, manchmal sogar die Waschmaschine.

- Die ganze Fahrt über nach Helsinki waren wir am Zupfen gewesen, seufzt Patronen. Aber die Ausbeute, ein Eimervoll schöner Schwammerln, entschädigt einen für den Ärger.

- Wir werden auf keinen Fall der Hirschfliege wegen das In-die-Pilze-Gehen und das Sich-in-der-Natur-Bewegen bleiben lassen.
against enslaving

Eine Welt so ganz ohne Geld

"Benefits Supervisor Awakening" für Menschen, die durch und durch Mensch sind und nicht mehr länger ums Goldene Kalb herumtanzen wollen

mit vielen Überraschungs-Effekten:

interessante Links an Stellen, wo keiner sie vermutet

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Musikalisches


Amy Martin
Day of Reckoning

Pekka Pohjola von der finnischen Jazz-Rock-Band Wigwam, verst. im Nov. 2008
Pressure

Wird das arme Sparschweinchen schon irgendwo auf der Welt in seine wohlverdiente Freiheit entlassen?

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"Nachrichten allein bedeuten gar nichts. Man braucht Autoren, die sie deuten können." — Helmut Schmidt

Wie lange sind wir schon mit dabei?

Online seit 7001 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 21. Okt, 16:19

Immer mehr sind fürs Geldabschaffen!

Ein Paradies auf Erden kann es geben

aber nur wenn es das Geld nicht mehr gibt. Packen wir's an, es wegzupacken!

development